Augenmatzen bei Katzen – Ursachen, Folgen und Tipps zur Entfernung
- Manuela Karolewiez
- 16. Okt. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Als Katzenbesitzerin und leidenschaftliche Tierernährungsberaterin weiß ich, dass die Pflege unserer Fellnasen über das richtige Futter hinausgeht. Ein Thema, das viele Katzenhalter beschäftigt, sind die sogenannten Augenmatzen, also kleine Verkrustungen und Ablagerungen in den Augenwinkeln. Heute möchte ich euch erklären, warum diese entstehen, was passieren kann, wenn man sie nicht entfernt, und wie ihr sie sanft und sicher loswerden könnt – inklusive ein paar bewährter Hausmittel und persönlicher Tipps von mir.
Wie entstehen Augenmatzen bei Katzen?
Augenmatzen sind im Grunde Sekretablagerungen, die sich in den Augenwinkeln unserer Katzen ansammeln können. Das ist völlig normal und hängt oft mit dem Reinigungsprozess der Augen zusammen. Katzen haben Tränenkanäle, über die überschüssige Flüssigkeit abläuft. Gerade bei Rassen mit großen, runden Augen oder einer flachen Gesichtsstruktur wie der Britisch Kurzhaar (BKH) oder Perserkatzen, tritt das Problem häufiger auf.
Manchmal kann das Sekret auch ein Zeichen für kleine Reizungen oder Umweltfaktoren wie Staub oder Zugluft sein. Wenn es sich jedoch stark verfärbt (z.B. gelblich oder grünlich) oder in sehr großen Mengen auftritt, kann das auf eine Entzündung oder eine Infektion hinweisen. Dann sollte man den Gang zum Tierarzt nicht scheuen.
Was passiert, wenn man die Augenmatzen nicht entfernt?
Auch wenn Augenmatzen oft harmlos sind, können sie sich, wenn man sie nicht regelmäßig entfernt, zu einem Problem entwickeln. Die Verkrustungen können die Haut reizen und sogar die Augenlider wundscheuern, wenn sie sich hartnäckig in den Augenwinkeln festsetzen. Das kann für die Katze unangenehm werden und im schlimmsten Fall zu kleinen Entzündungen führen. Vor allem bei langhaarigen Rassen wie der Main Coon ist das ein Thema, da sich die Matzen auch im Fell um die Augen festsetzen können.
Wie kann ich die Augenmatzen entfernen?
Die Entfernung der Augenmatzen ist eigentlich ganz einfach und bedarf nur ein wenig Geduld und Feingefühl. Hier sind meine Tipps für eine sanfte und stressfreie Reinigung:
Verwende ein weiches Tuch oder Wattepad: Am besten nimmst du ein feuchtes, weiches Tuch oder ein Wattepad, das du in lauwarmes, abgekochtes Wasser tauchst. Dadurch wird das Sekret aufgeweicht und lässt sich leichter abwischen. Achte darauf, dass das Tuch nicht fusselt und dass du pro Auge ein frisches Pad verwendest, um keine Keime zu übertragen.
Von außen nach innen wischen: Wische sanft von außen nach innen, damit du keine Keime ins Auge beförderst. Sei vorsichtig und vermeide es, zu stark zu reiben, um die empfindliche Haut um die Augen nicht zu reizen.
Für empfindliche Katzen: Wenn deine Katze unruhig ist, kannst du sie sanft festhalten oder die Reinigung zu zweit durchführen. Dabei hilft es, deine Katze vorher zu streicheln und sie mit einer ruhigen Stimme zu beruhigen.
Gibt es Hausmittel, die helfen?
Ja, es gibt tatsächlich ein paar Hausmittel, die sich bewährt haben:
Kamillentee: Kamillentee hat eine beruhigende Wirkung, aber Vorsicht: Er sollte nur in schwacher Konzentration und gut abgekühlt verwendet werden. Einige Katzen reagieren empfindlich auf die ätherischen Öle, daher lieber mit Vorsicht ausprobieren.
Kochsalzlösung: Eine sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, um die Augen zu reinigen. Sie ist sanft und verursacht keine Reizungen.
Augentücher: Im Handel gibt es spezielle, schonende Reinigungstücher für die Augen von Katzen. Diese sind oft mit pflegenden Stoffen versehen und besonders für Katzen mit empfindlichen Augen geeignet.
Mein persönlicher Tipp: Geduld und Routine
Ich habe selbst vier Katzen, darunter ein Britisch Kurzhaar, der besonders empfindlich auf seine Augen reagiert. Am Anfang war die Reinigung eine Herausforderung, aber mittlerweile ist es Teil unserer täglichen Routine geworden. Ich habe gemerkt, dass es hilft, die Katzen dabei in den Arm zu nehmen und ihnen Zeit zu geben, sich an die Prozedur zu gewöhnen. Ein kleines Leckerli danach macht die Sache gleich viel angenehmer – für Katze und Mensch.
Unterschiedliche Ursachen für vermehrte Augenmatzen
Zusätzlich zu den allgemeinen Ursachen für Augenmatzen wie Staub und kleine Reizungen, könnten auch die folgenden Faktoren eine Rolle spielen:
Allergien: Ähnlich wie Menschen können auch Katzen auf bestimmte Stoffe in ihrer Umgebung allergisch reagieren, z.B. auf Pollen, Hausstaub oder sogar bestimmte Inhaltsstoffe im Futter. Das kann sich unter anderem durch vermehrtes Tränen und dadurch häufiger auftretende Augenmatzen äußern.
Infektionen und Augenentzündungen: Besonders bei älteren Katzen oder solchen mit einem geschwächten Immunsystem kann es häufiger zu Infektionen kommen. Dann entstehen vermehrte, oft farbige Augenmatzen, die man nicht ignorieren sollte.
Verletzungen: Kleine Verletzungen am Auge können zu einer vermehrten Tränenproduktion führen. Das kann schnell passieren, wenn die Katze sich zum Beispiel an einem Ast oder beim Spielen verletzt hat. Hier sollten die Augen besonders gut beobachtet werden.
Wann ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig?
Ein Abschnitt darüber, wann Katzenhalter lieber zum Tierarzt gehen sollten, kann ebenfalls hilfreich sein:
Veränderung der Farbe oder Konsistenz: Wenn das Augensekret plötzlich eine gelbliche, grünliche oder sogar blutige Färbung annimmt, könnte eine bakterielle Infektion oder eine ernstere Entzündung vorliegen.
Ständiges Reiben oder Blinzeln: Wenn die Katze ständig ihre Augen reibt oder mit den Pfoten an den Augen kratzt, deutet das darauf hin, dass sie Schmerzen oder Unwohlsein verspürt. In diesem Fall sollte ein Tierarzt abklären, ob etwas im Auge steckt oder eine Bindehautentzündung vorliegt.
Geschwollene Augenlider oder verklebte Augen: Wenn die Augenlider der Katze geschwollen sind oder sie morgens die Augen kaum öffnen kann, ist das oft ein Zeichen für eine Entzündung. Hier kann der Tierarzt spezielle Augentropfen verschreiben.
Tipps für die Pflege im Alltag
Eine gute Ergänzung wären auch Tipps für die Pflege im Alltag, damit die Augenmatzen erst gar nicht zum Problem werden:
Regelmäßige Kontrolle: Am besten schaut man bei der täglichen Streicheleinheit oder beim Spielen kurz in die Augen der Katze. So erkennt man direkt, wenn sich etwas verändert hat.
Vermeidung von Zugluft: Zugluft kann die Augen reizen und die Tränenproduktion anregen. Achte darauf, dass die Schlaf- und Lieblingsplätze der Katze nicht direkt in der Zugluft liegen.
Saubere Umgebung: Eine saubere Umgebung hilft, Staub und Schmutz zu minimieren, was vor allem für Katzen mit empfindlichen Augen von Vorteil ist.
Hausmittel mit Vorsicht anwenden
Erkläre, warum es wichtig ist, bei Hausmitteln vorsichtig zu sein:
Keine scharfen oder reizenden Substanzen: Viele Hausmittel, die für uns Menschen unbedenklich erscheinen, können für Katzenaugen zu aggressiv sein. Ätherische Öle, Zwiebelwasser oder Teebaumöl gehören definitiv nicht in die Nähe der Katzenaugen.
Vorher beim Tierarzt nachfragen: Vor der Anwendung von Hausmitteln, wie zum Beispiel Kamillentee, ist es sinnvoll, kurz beim Tierarzt nachzufragen. So kannst du sicherstellen, dass du nichts verwendest, was den Augen deiner Katze schaden könnte.
Persönliche Erfahrung: Die Herausforderung im Mehrkatzenhaushalt
„Mit vier Katzen habe ich gelernt, dass jede Samtpfote ihre eigene kleine Eigenheit hat. Während mein Main Coon geduldig stillhält, braucht mein Britisch Kurzhaar Balou viel Geduld und vor allem ein Leckerli als Belohnung. Der Trick ist, den Moment so stressfrei wie möglich zu gestalten und dabei auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Katze einzugehen.“
Fazit: Kleine Mühe für große Gesundheit
„Augenmatzen mögen auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber durch die regelmäßige Pflege können wir viel für das Wohlbefinden unserer Katzen tun. Mit ein bisschen Routine und der richtigen Technik bleibt das Auge klar und gesund – und so können wir uns gemeinsam an den strahlenden Katzenblicken erfreuen.“
Augenmatzen sind an sich kein Grund zur Sorge, können aber ohne regelmäßige Pflege zu einem kleinen Problem werden. Mit ein bisschen Geduld und den richtigen Hilfsmitteln lassen sich die Verkrustungen leicht entfernen. Achte darauf, deine Katze dabei nicht zu stressen und beobachte immer, ob sich Veränderungen im Sekret zeigen, um mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
So bleibt das Näschen deiner Samtpfote nicht nur frei von Verkrustungen, sondern auch die tägliche Augenpflege wird zum kleinen Wohlfühlmoment für euch beide!
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